Zwei Köpfe, eine Rolle: Seit November 2025 besetzen Dagna und Katja die Position der Director People & Operations bei meinestadt.de im Tandem. Mit diesem Modell der „Shared Leadership“ setzen wir bewusst auf ein neues Führungsverständnis, das die klassische Einzelspitze durch ein starkes Duo ersetzt.
Wir haben uns mit den beiden zusammengesetzt, um mehr über ihren gemeinsamen Start, ihr Selbstverständnis als Führungsduo und ihren Blick auf die Zukunft unserer Zusammenarbeit zu erfahren.
1. Was bedeutet es für euch, die Rolle im Tandem auszuüben?
Für uns ist das Tandem ein strategischer Sparring-Modus in Echtzeit. Es bedeutet, die eigene Perspektive permanent durch eine zweite, kompetente Sichtweise zu spiegeln. Für das Unternehmen ist das ein riesiger Vorteil: Man erhält quasi immer sofort eine „Version 1.1“ – die Lösungen sind durch die zweifache Prüfung qualitativ einfach besser.
Das erfordert natürlich die Größe, das Ego hintenanzustellen und Entscheidungen der anderen Person voll mitzutragen, auch wenn man intern vielleicht noch diskutiert. Wir verstehen uns als Einheit, die durch Vertrauen und Delegation funktioniert. Klar ist aber auch: Es ist aufwendiger. Man braucht eine extrem gute Abstimmung. Es ist ein Modus, in den wir als Tandem erst einmal herausfinden mussten und der auch immer wieder mal angepasst werden muss.
2. Was schätzt ihr besonders an der Zusammenarbeit miteinander?
Besonders wertvoll ist die gegenseitige Kompetenzerweiterung. Wir nutzen unsere Stärken komplementär: Was die eine einbringt, fängt die andere auf oder denkt es noch einmal neu. Neben der fachlichen Ebene schätzen wir die emotionale Seite dieser Zusammenarbeit enorm: In meiner Tandempartnerin steckt eine sehr erfahrene Coachin, die meine blinden Flecken perfekt ergänzt. Sie stellt oft genau die Fragen, auf die ich selbst so nicht gekommen wäre oder die ich nicht im Fokus gehabt hätte.
Besonders in Situationen, in denen es mal unruhig wird oder Stress dazukommt, halten wir uns gegenseitig den Rücken frei. Es herrscht ein tiefes Verständnis für die jeweils andere Person, was eine Qualität in der People-Arbeit ermöglicht, die als Einzelperson kaum leistbar wäre.
3. Was ist euch in eurer Rolle im People Team besonders wichtig?
Absolut zentral sind Vertrauen und psychologische Sicherheit – sowohl im Tandem als auch im gesamten Team. Wir wollen keine egozentrierte Führung, sondern eine Kultur der Toleranz und des klaren Standpunkts. Zudem legen wir Wert auf Exzellenz in der Umsetzung und maximale Klarheit in der Struktur:
- Führungsverantwortung: Die Verantwortung für einzelne Direct Reports ist ganz klar aufgeteilt, damit es keine Unsicherheiten darüber gibt, wer für wen im Team verantwortlich ist.
- Projekt-Leads: In Projekten ist eine von uns im Lead, die andere unterstützt. Das Team musste sich anfangs vielleicht daran gewöhnen, aber wir machen immer klar: „Du hast zwar mit X gesprochen, aber ich weiß grundsätzlich Bescheid.“
Wir wollen bei grundlegenden Fragen mit einer Stimme sprechen, aber gleichzeitig wirksame Prozesse gestalten, die einen echten Unterschied machen.
4. Welches Thema treibt ihr gerade besonders voran?
Unser absoluter Fokus liegt auf der Performance-Kultur. Unser Kernstück ist hier die „Team Impact Journey“ – ein systemischer Ansatz, um Hebel zur Potenzialentfaltung gezielt zu nutzen. Parallel dazu treiben wir zwei wesentliche Säulen voran:
- Organisations- & Führungskräfteentwicklung: Wir schaffen Strukturen, die nachhaltiges Wachstum erlauben und unsere Leaders befähigen, dieses Wachstum aktiv zu begleiten.
- Das Büro als Kulturstätte und echter Ort der Begegnung: Wir etablieren unser neues Büro als Herzschlag unserer Kultur. In einer hybriden Arbeitswelt ist das Büro für uns weit mehr als nur ein Arbeitsplatz; es ist ein physischer Ankerpunkt für Identität und Zugehörigkeit. Wir wollen einen Raum schaffen, der spontanen Austausch fördert, kreatives Miteinander ermöglicht und den sozialen Kitt stärkt, der uns als Gemeinschaft zusammenhält. Es geht darum, Kultur erlebbar zu machen – durch echte Begegnungen, die über den digitalen Bildschirm hinausgehen.
5. Was macht Arbeiten bei meinestadt.de für euch persönlich aus?
Es ist ein Privileg, hier zu arbeiten, weil die Wirksamkeit extrem hoch ist. Man kann neue Ideen schnell und pragmatisch in die Umsetzung bringen und bekommt sofort Resonanz vom Unternehmen. Die Offenheit, die Hilfsbereitschaft und das starke Gemeinschaftsgefühl machen es leicht, Dinge wirklich voranzutreiben.
6. Welche Herausforderungen mit dem Tandem gibt/gab es für euch?
Interessanterweise liegen die größten Herausforderungen gar nicht im Tandem-Modell an sich. Die wahre Challenge ist die enorme Bandbreite an Themen. Hier die richtige Priorisierung zu finden und eine gesunde Abgrenzung zu schaffen, ist eine Daueraufgabe. Ob man alleine oder zu zweit ist: Die Komplexität der People-Themen erfordert ständige Wachsamkeit, damit man sich nicht in der Fülle verliert.